{"id":5185,"date":"2024-08-23T13:37:01","date_gmt":"2024-08-23T12:37:01","guid":{"rendered":"https:\/\/staysafe.aero\/?p=5185"},"modified":"2024-08-23T15:08:23","modified_gmt":"2024-08-23T14:08:23","slug":"gastbeitrag-rega-kleine-drohne-grosse-gefahr-wie-eine-drohne-einen-rega-einsatz-verzoegert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staysafe.aero\/de\/gastbeitrag-rega-kleine-drohne-grosse-gefahr-wie-eine-drohne-einen-rega-einsatz-verzoegert\/","title":{"rendered":"Gastbeitrag REGA: Kleine Drohne, grosse Gefahr &#8211; Wie eine Drohne einen Rega-Einsatz verz\u00f6gert"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Kurz vor 19 Uhr wurden wir von der Rega-Einsatzzentrale zu einem Einsatz f\u00fcr einen verletzten Wanderer beim Harder aufgeboten. Gem\u00e4ss Alarmierung war eine Landung direkt beim Patienten nicht m\u00f6glich, weshalb wir uns auf einen Einsatz mit der Rettungswinde vorbereiteten. Das bedeutet, dass die Not\u00e4rztin bereits auf der Basis das \u00abGst\u00e4ltli\u00bb anlegt und der Rettungssanit\u00e4ter als Windenoperator hinten in der Kabine mitfliegt, statt wie sonst \u00fcblich vorne im Cockpit.<\/p>\n<p><strong>Dohne gesichtet\u2026<\/strong><br \/>\nWenige Minuten sp\u00e4ter und nach dem kurzen \u00dcberflug von der Basis Wilderswil zum Harder befanden wir uns bei den von der Einsatzzentrale \u00fcbermittelten Koordinaten. Nach kurzer Suche konnten wir die verletzte Person auf dem Wanderweg oberhalb der Schibeflue aus der Luft ausmachen. Als wir die bevorstehende Windenaktion kurz zusammen besprachen, befand sich der Helikopter auf der H\u00f6he der Schibeflueh\u00fctte im Schwebeflug. In diesem Moment bemerkte der Rettungssanit\u00e4ter eine Drohne unter uns und informierte mich dar\u00fcber. Bei der Drohne handelte es sich eher um ein kleines Modell mit einem Durchmesser von ca. 20 cm.<\/p>\n<p><strong>Looking out.<\/strong><br \/>\nUnsere Distanz zum Hang betrug ca. 60 Meter, die H\u00f6he \u00fcber Unterseen ca. 180 Meter. Der Rettungssanit\u00e4ter sass hinten auf dem Windensitz an der ge\u00f6ffneten Schiebet\u00fcre und hatte eine gute Sicht nach unten. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Sichtkontakt zur Drohne. Gem\u00e4ss seiner Aussage flog die Drohne in einem Abstand von ca. 10 Meter und mit hoher Geschwindigkeit unter dem Helikopter durch und verschwand dann aus seinem Sichtfeld.<\/p>\n<p><strong>Unn\u00f6tige St\u00f6rman\u00f6ver f\u00fchren zu Abbruch des Rettungseinsatzes<\/strong><br \/>\nIch drehte den Helikopter linksherum weg vom Harder Richtung Spital Interlaken und konnte die Drohne kurz darauf rechts von uns sehen. Wir beobachteten, wie sie sich Richtung Unterseen Lehn von uns entfernte. Nach kurzer Zeit hatten wir keinen Sichtkontakt mehr. Ich flog eine Volte und wir suchten den Luftraum nach der Drohne ab, konnten sie jedoch nicht finden. Darauf entschieden wir uns, mit der Windenaktion zu starten.<br \/>\nKurz nach Beginn des Anfluges zum Absetzen der Not\u00e4rztin mit der Winde tauchte die Drohne erneut auf. Ich sah sie von Unterseen herkommend auf uns zufliegen. Sofort informierte ich die Crew und brach den Anflug ab. Unsere \u00c4rztin befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits an der Winde ausserhalb vom Helikopter, jedoch noch auf H\u00f6he der \u00abStep bar\u00bb. Die Drohne kreuzte unseren Flugweg ca. 10 Meter unterhalb und ca. 20 Meter vor dem Helikopter. Nach dem Vorbeiflug konnte ich beobachten, wie die Drohne steil nach oben stieg und die Geschwindigkeit verringerte. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch der Rettungssanit\u00e4ter die Drohne auf der rechten Seite von uns sehen. Ich drehte die Maschine umgehend Richtung Unterseen ab, um uns mehr Distanz zur Drohne zu verschaffen. Wir entschlossen uns, den Einsatz zu unterbrechen und landeten in sicherer Entfernung beim Spital Interlaken. Via Rega-Einsatzzentrale informierten wir die Polizei \u00fcber den Vorfall.<\/p>\n<p><strong>Zweiter Rettungsversuch erfolgreich<\/strong><br \/>\nVom Landeplatz beim Spital Interlaken hatten wir gute Sicht zur Schibeflue. Nachdem wir ca. 5 Minuten gewartet hatten und die Drohne in dieser Zeit nicht mehr sehen konnten, entschlossen wir uns f\u00fcr einen erneuten Rekognoszierungsflug beim Einsatzort. Die Drohne haben wir nicht mehr gesehen und konnten unseren Einsatz fortsetzen, den Patienten medizinisch versorgen und anschliessend ohne weitere Zwischenf\u00e4lle ins n\u00e4chste, geeignete Spital fliegen. Die Polizei fuhr mit einem Patrouillenfahrzeug vor Ort, konnte jedoch den Drohnenpiloten nicht ausfindig machen.<\/p>\n<p><strong>\u00abIch habe Vortritt. Deine Drohne bleibt am Boden.\u00bb<\/strong><br \/>\nDas Fliegen von Drohnen in der N\u00e4he von laufenden Rettungseins\u00e4tzen ist verboten. Solche Aktionen k\u00f6nnen nicht nur uns als Helikopter-Crew gef\u00e4hrden, sondern auch das Leben von Patienten, die je nach Einsatz dringend auf die medizinische Versorgung angewiesen sind.<\/p>\n<p>Auch kleine und leichte Drohnen stellen eine grosse Gefahr dar f\u00fcr uns, weshalb die Regel f\u00fcr die Drohnenpiloten einfach ist: N\u00e4hert sich ein Rettungshelikopter dem Fluggebiet einer Drohne, so muss der Drohnenpilot oder die Drohnenpilotin die Drohne unverz\u00fcglich landen und solange am Boden bleiben, bis der Rettungseinsatz abgeschlossen ist oder der Rettungshelikopter wieder aus dem Sichtfeld geflogen ist. Wenn sich alle an diese Regel halten, kommen wir gut und ohne kritische Situationen aneinander vorbei.<\/p>\n<p>Das BAZL hat k\u00fcrzlich dieses Thema im Rahmen der Kampagne #DrohneSicherFliegen aufgegriffen und diverse Plakat erstellt.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\"><a href=\"https:\/\/www.bazl.admin.ch\/bazl\/de\/home\/drohnen\/drohnenkampagne.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kampagne #DrohneSicherFliegen (admin.ch)<\/a><\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz vor 19 Uhr wurden wir von der Rega-Einsatzzentrale zu einem Einsatz f\u00fcr einen verletzten Wanderer beim Harder aufgeboten. 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